Der Drachenjäger – Die erste Reise ins Wolkenmeer

Der Drachenjäger – Die erste Reise ins Wolkenmeer

Das Buch: 

Der Drachenjäger – Die erste Reise ins Wolkenmeer von Bernd Perplies

erschienen am 27.07.2017

bei Fischer TOR

Warum habe ich es gekauft: 

Ich hatte spontan Lust auf eine abenteuerliche Drachenjagd. Nach Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg (zur Rezension) erschien mir das genau richtig als Abwechslung.

Der Inhalt in einem Satz

Lian wird durch unglückliche Umstände dazu gezwungen auf der „Carryola“, einem Drachenjägerflugschiff, anzuheuern, dass vom rachebesessenen Kapitän Adaron geflogen wird und Kurs nimmt auf den gefährlichsten Drachen, den das Wolkenmeer je gesehen hat. 

Meine Meinung en detail 

Nachdem ich das Buch absolut spontan für meinen E-Reader gekauft hatte, habe sofort zu lesen begonnen. Erst mal war ich super verwirrt, weil es direkt voll losging und ich gar nicht durchgeblickt habe, wer überhaupt wer ist. Na gut…das geht auf meine Kappe, aus irgendeinem Grund, hatte ich mit dem E-Reader eine Seite mitten im Buch geöffnet. Das wäre mir mit einem gedruckten Exemplar eindeutig nicht passiert.

Der tatsächliche Buchanfang war gar nicht mal so anders: Es beginnt mit einer Vorsequenz, in der man Adaron als Novize in Sachen Drachenjadg erlebt. Diese Szene lässt auch schon erahnen, worum es im Weiteren dann gehen wird.

Die Handlung des Buches war insgesamt leicht vorhersehbar und hat mich nur an einer Stelle wirklich überrascht. Außerdem hatte ich mir etwas mehr von den Drachen versprochen. Man lernt eigentlich nur fünf verschiedene Arten kennen, und alles was man über sie erfährt ist, ob sie wertvoll sind oder nicht und wie leicht bzw. schwer sie sich töten lassen. Dabei werden die Drachen eigentlich als uralte Wesen dargestellt. Eine Legende zum Urdrachen wird vorgestellt, mehr leider nicht. Das hat mich ehrlich enttäuscht.

Außerdem wurden mir zu viele Baustellen gleichzeitig aufgerissen. Es geht um die Unendlichkeit des Wolkenmeers, um den Urdrachen und seine Legende, um das Reich der Vogelmenschen, um die Geschichte der Flugschifffahrt, um den Grund des Wolkenmeers, um die Quelle der Magie und um eine magische Frau, die in silbrigem Wasser zu einem spricht. Leider wurde mir das alles viel zu wenig elaboriert. Aus den einzelnen Themen könnte man nochmal eigene Handlungsstränge bauen. Aber es heißt ja auch: Die ERSTE Reise ins Wolkenmeer, da scheint also noch etwas zu kommen. In einem Interview hat Bernd Perplies auch schon deutlich durchblicken lassen, dass er hier eine eigene Welt erschaffen möchte. Tatsächlich gibt es in Der Drachenjäger Geschöpfe, die bereits in anderen Perplies-Büchern eine Rolle gespielt haben. Die habe ich aber bisher noch nicht gelesen.

Zurück zu den Drachenjägern: Die Protagonisten fand ich ganz sympathisch, allerdings hat mir eine sympathische weibliche Figur ein bisschen gefehlt. Es kommen im Grunde nur zwei Frauen in dem Buch vor, von denen ich mit keiner richtig warm werden konnte. Ist die Drachenjagd etwa nichts für Frauen?

Das ist auch ein kleiner wunder Punkt in der Geschichte. Wer vor hat, das Buch noch zu lesen, sollte den nächsten Abschnitt jetzt überspringen (SPOILER!!!). Nach dem zweiten Bild geht es spoilerfrei weiter. Alle anderen bekommen jetzt meine feministische Seite zu spüren 😛

 

Lian rettet in der zweiten Hälfte des Buches einen Jungen aus der Sklaverei, der vorgestellt wird als

„…schlank und etwas kleiner als Lian und [er] konnte nicht älter als dreizehn oder vierzehn Sommer sein.“ (S.212)

Später entpuppt Kris sich als Frau, die versucht hat ihr Leben zu retten, indem sie sich als Junge ausgibt. Vielleicht habe ich da jetzt eine falsche Vorstellung, aber wie alt soll Lian denn sein. Eine erwachsene Frau, die sich als Junge ausgibt sieht doch bitte nicht aus wie dreizehn oder vierzehn Jahre alt. Als Oberkrönung wird ihr Geheimnis dann gelüftet und sie ist natürlich absolut hilfsbedürftig und Lian weiß nicht mehr wie er mit ihr umgehen soll, weil er scheinbar automatisch Gefühle für sie entwickelt. Deshalb sorgt er dann liebevoll für seine neue Freundin. Also da war ich beim Lesen schon absolut genervt. Es gibt nur zwei Frauen: Die eine ist stark, eine Drachentöterin, aber auch absolut unfreundlich und unsympathisch und die andere ist zwar nett, aber auch absolut angewiesen auf ihren Freund. In Sachen Frauenbild konnte das Buch bei mir wirklich nicht punkten.

Abschließendes Fazit: 

Alles in allem eine spannende Fantasy-Lektüre. Trotzdem gibt es kleinere Schwächen, die mich gestört haben. Vor allem fehlte der Geschichte die Originalität. Drachengeschichten gibt es schon einige, und dass Drachen in Luftschiffen zur Strecke gebracht werden, ist mir nicht neu. Da hat einfach der Funke gefehlt, der die Leidenschaft für die Geschichte zu brennen, entfacht. Ich fiebere der Fortsetzung nicht entgegen, aber ich werde sie dennoch lesen, wenn sich die Gelegenheit ergibt.

Leseempfehlung für…

…alle, die gerne mal in ihrer Phantasie einen Drachen töten wollen, es aber lieber nicht zu brutal haben.

 

 



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