Calendar Girl – Audrey Carlan

Calendar Girl – Audrey Carlan

In letzer Zeit sind mir in der Buchblogger-Community häufiger Posts aufgefallen, in denen die Blogger sich beklagen, dass sie manchmal das Gefühl beschleicht, alles schon einmal gelesen zu haben. Man entwickelt als Vielleser nun mal so seine Vorlieben und da passiert es den Krimilesern wohl häufiger, dass sie den Täter schon mit seitenweise Vorsprung verhaften könnten, den Fantasyverliebten, dass das neunundneunzigste Buch über Feen auch keine Überraschungen mehr bereit hält und den Romantikern, dass doch eh schon klar ist, dass er am Ende das Mädchen kriegt. Das kann schon mal langweilen.

Deshalb mein Plädoyer: Auch mal über den Tellerrand blicken und einem anderen Genre eine Chance geben. Schaden kann es sicher nicht. Im schlimmsten Fall, hat man mal ein schlechtes Buch gelesen. Im besten Fall entdeckt man überraschend einen kleinen Literaturschatz.

Calendar Girl war für mich so ein Versuch. Erotik-Romane sind jetzt nicht unbedingt mein Fall. Ich finde Sex darf in Büchern vorkommen, aber ein Buch sollte immer noch mehr parat haben als nur erotische Szenen.

Ich hatte so viel Werbung zu dem Buch mitbekommen, dass ich mich mal ein bisschen darüber informierte. Der Inhalt klang unkonventionell.

Mia muss eine Millionen auftreiben, um ihren Vater von seinen Spielschulden zu befreien. Aber sie hat nur ein Jahr Zeit, deshalb heuert sie bei einer Agentur an, um für jeweils einen Monat die Begleitung reicher Männer zu spielen.

Es gibt vier Romane, von denen jeder drei Monate abdeckt. Los geht es natürlich mit Januar, Februar und März.

Meine Meinung 

Für mich ist das Buch leider ein absoluter Witz. Ich habe Teil eins zu 2/3 gelesen und dann abgebrochen, weil es absolut nicht gehalten hat, was es für mich im Vorfeld versprochen hatte.

Die Hauptperson Mia soll super taff rüberkommen. Sie ist mit Lederjacke auf ihrem Motorrad unterwegs und verkauft ihren Körper, um ihren Vater zu retten. Zu Beginn wird sie ein bisschen aufgehübscht, und dann geht es auch direkt zu ihrem ersten Kunden. Mia hat natürlich Glück und kommt zum super heißen Beachboy Wes, in den sie sich auch direkt mal verliebt, sodass es dann auch okay ist gegen Aufpreis mit ihm in die Kiste zu hüpfen. Natürlich klar, dass Wes sich auch direkt in sie verliebt und anbietet sie frei zu kaufen. Aber das geht für unsere taffe Mia natürlich gar nicht, sie ist, wie schon gesagt, total selbstbestimmt und deswegen beschließt sie, Wes Angebot auszuschlagen – der Ehre wegen – und sich stattdessen an Mr. Februar weiterzuverkaufen.

Und so geht es wohl fröhlich weiter. Zwischendrin spielt noch Mias Tante mit, die die Escort-Agentur leitet und eine super nervige Freundin von Mia darf alle paar Seiten mal ihren Senf dazugeben. Sonst passiert leider nichts…

Das Buch ist ein Wechselspiel aus der Beschreibung schicker Luxus-Apartments, heißer Männerkörper und Mias Zweifel, ob sie denn das Richtige tut, gepaart mit ihrer scheinbar unaufhörlichen Lust mit jedem zu schlafen, der ihr über den Weg läuft.

Ich bin bisher nicht traurig darüber, dass Buch abgebrochen zu haben. Wenn man das Format betrachtet, ist Oberflächlichkeit leider vorprogrammiert. Teil eins hat 360 Seiten, um drei Monate abzudecken. Davon werden die ersten 60 Seiten in die Geschichte eingeführt. Damit bleiben 100 Seiten pro Typ, um seine schicke Villa, seinen super Body und seine fantastischen sexuellen Fähigkeiten zu schildern. Da bleibt natürlich einiges auf der Strecke.

Ich hatte vor dem Lesen nicht gerade Weltliteratur erwartet, aber für einen Spiegelbesteller war es schon eine ziemliche Enttäuschung.



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