Quote it! – Katie

Quote it! – Katie

„Wohl oder übel“, sagte Crookes. Er saß übernächtigt auf seinem Labor-Kanapee. Pratt stand übernächtigt vor ihm, in der Hand ein Radiometer. „Pratt, lieber Freund. Wir werden unser Bewusstsein erweitern müssen. Es haben sich Dinge experimentell ereignet, die ein neues Denken erfordern. Sogar ein neues Fühlen, Gott steh uns bei. Zur Not müssen wir Opiumhöhlen besuchen.“ William Crookes stieß ein nervöses, gepresstes Kichern aus. (aus Katie von Christine Wunnicke S. 81f)

Letzten Monat habe ich Katie gelesen, dass auch für den Deutschen Buchpreis nominiert ist und ich habe mich köstlich amüsiert!

Crookes ist Wissenschaftler, aber das ist zuweilen, wenn man nichts nennenswertes erfindet, eben auch nur eine brotlose Kunst. Deswegen schreibt er Gutachten, über die Vertrauenswürdigkeit verschiedener Medien, die behaupten, übernatürliche Fähigkeiten zu besitzen. Und das lässt er sich natürlich fürstlich bezahlen.

Genie und Wahnsinn liegen ja bekanntlich nah bei einander. Und Crookes balanciert im Roman eindeutig zu dicht am Abgrund. Er verliert sich zum Teil in wissenschaftlichen Ausführungen und Annahmen, die für mich als Leser keinerlei Sinn ergeben und er springt von einem erdachten Begriff zum nächsten, was den Eindruck erweckt, dass er gelegentlich nicht alle Sinne beisammen hat.

Das besondere an der Geschichte ist, dass sie komplett auf historisch wahren Ereignissen und Personen beruht. Christine Wunnicke macht sich die historischen Personen zu eigen und kreiert mit ihrer Hilfe einen spannenden und interessanten Roman, gewürzt mit einer großen Portion Wissenschaftskritik und satirischer Darstellung. Eine sehr gute Mischung.

Meine ausführlichere Rezension zum Buch findet ihr hier.

 



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