Rezension zu EDRE von Nemen Cordon

Rezension zu EDRE von Nemen Cordon

Vor einiger Zeit bin ich bei der Lovelybooks-Debütautorenchallenge auf das Buch Edre – Agathor und die Rebellen von Nemen Cordon aufmerksam geworden.

Zum Inhalt

Das Buch ist eine Science-Fantasy-Action-Geschichte. Sie handelt von einer Welt in der Zukunft, in der eine Drei-Klassen-Gesellschaft herrscht: Auf der einen Seite gibt es die gut situierten Lemiurgen, deren Gesundheit an erster Stelle steht, auf der anderen Seite die Goy, die dem Verfall überlassen werden und dann gibt es die Mar, die über den beiden anderen stehen und vor allem eins im Sinn haben: Ihre Herrschaft bewahren. 

In dieser Welt leben Elia und Johannes und versuchen über den Tod ihres Sohnes, der Soldat gewesen war, hinwegzukommen. Doch für die beiden ändert sich alles, als Johannes glaubt seinen Sohn Peter gesehen zu haben – lebendig! Bei dem Versuch mehr herauszufinden, geraten die beiden in eine Rebellengruppe und müssen sich fragen, auf wessen Seite sie stehen. An oberster Stelle steht aber herauszufinden, wieso ihr Sohn plötzlich Agathor genannt wird und als eiskalter Killer keinerlei Gefühle zeigt… und ist das überhaupt ihr Sohn? 

Meine Meinung

Ich habe eher gemischte Gefühle zu dem Buch. Auf der einen Seite gefällt mir die Idee der Autoren. Das Buch ist von realen Vorkommnissen in der Welt inspiriert, aber es versucht nicht, eine unvermeidbare Zukunft unserer Erde vorherzusagen. Stattdessen ist es eine Mischung aus wissenschaftlichen Tatsachen und magischen Elementen, die das Buch auszeichnen. Auf der anderen Seite fehlte mir beim Lesen das Gefühl, die Personen zu kennen und ihre Handlungen nachvollziehen zu können.

Agathor / Peter

Agathor ist schon eine besondere Figur. Seine DNA wurde mit tierischer DNA gemischt, damit er einen perfekten Soldaten abgibt. Um seine Erinnerungen zu unterdrücken, wurde sein Gehirn manipuliert. Das klappt auch einige Zeit, allerdings erkennt er bald, dass da doch noch etwas menschliches in ihm schlummert. Dieser Charakter macht während dem Buch eine steile Entwicklung durch. Zu Beginn ist er aufgrund der Gen- und Gehirnmanipulation absolut gefühllos und hat nur seinen Auftrag im Sinn. Dr. Seth, ein kaltblütiger Arzt, der die Genexperimente durchführt, ist für Agathor wie ein Vater und er will ihn unbedingt stolz machen. So ganz will das aber nicht gelingen und als Agathor in den Händen der Rebellen ist, beginnt er plötzlich Gefühle zu haben und verliebt sich in die Magierin der Rebellen. Außerdem beginnt er auch, wieder Gefühle für seine Familie zu hegen.

Trotz der Wandlung ist mir Agathor eher ein Rätsel geblieben. Es fehlten einfach ein paar alltägliche Szenen, in denen die Leser die Möglichkeit haben, ihn besser kennen zu lernen. Meistens geht es um seinen Auftrag oder darum zu kämpfen und ganz plötzlich ist er verliebt. Das ging mir zu schnell.

Edre

Das wohl größte Rätsel im Buch ist Edre. Dabei handelt es sich um eine Welt, die die Rebellen erschaffen haben, um dort versteckt von den Mar zu leben. In Edre gibt es sogenannte Elementare, das sind lebendige Wesen, aus denen die Welt erschaffen ist und die es zum Beispiel ermöglichen, in Zeitschriften komplett einzutauchen und Dinge in sekundenschnelle zu erlernen und zu begreifen.

Man bekommt einen ganz interessanten Einblick in Edre. Aber für mich hätte der auch noch ein bisschen ausführlicher sein können. Es ist zum Beispiel möglich, mit Tieren über Telepathie zu kommunizieren, aber davon wird nur ein einziges Mal Gebrauch gemacht. Ich bin da vielleicht etwas von Filmen geprägt, aber ich hätte mir eine Szene gewünscht, in denen Elia und Johannes von einem erhöhten Punkt auf Edre herabschauen und genau beschreiben, was sie da sehen, damit man auch als Leser ein besseres Bild davon bekommt. Und dann fehlte mir auch hier wieder der Alltag. Elia und Johannes waren gerade erst eingezogen, als plötzlich alles ganz schnell zu Grunde geht. Ich hätte gerne gelesen, wie die beiden vielleicht anfangen, etwas zu arbeiten und die Welt ein wenig erkunden.

Aber ich kann schon mal vorwegnehmen, es wird eine Fortsetzung des Buches geben.

Gesellschaftsbild

Das Gesellschaftsbild wird schon ganz gut beschrieben, aber erst am Ende laufen die Fäden so langsam zusammen. Das hat mir sehr gut gefallen, weil viele Fragen, die man sich während dem Lesen stellt, dann beantwortet werden. Aber es bleibt auch noch einiges offen und da ist für den zweiten Band noch ganz viel Potential vorhanden und ich denke, dass war auch die Intention Nemen Cordons. Man bekommt schon ein ganz gutes Gefühl dafür, wie die Gesellschaft im Buch so tickt. Selbst Elia, Peters Mutter und eine nette Frau, ist nicht gefeit vor dem Denken in Klassen und Schubladen. Außerdem werden sich die Lemiurgen davor hüten, ihre vorteilhafte Stellung in der Gesellschaft zu riskieren. Schließlich besteht die Gefahr zu den Goy abzurutschen, die von der Mar absichtlich klein gehalten werden. Diese Situation ist echt verzwickt und es wäre interessant zu sehen, wohin sich das in der Fortsetzung entwickelt.

Fazit

Das Buch ist nicht schlecht geschrieben, es hat mich aber auch nicht absolut mitgerissen. Vom Stil her könnte ich mir gut vorstellen, dass es vor allem männliche Jugendliche ansprechen könnte, dabei denke ich vor allem an meinen eher lesefaulen Bruder. Es ist aber nicht notwendiger Weise ein Jugendbuch. Die Ideen und die Art und Weise wie es geschrieben ist, können durchaus auch Erwachsene ansprechen. Für mich hätte das Buch ruhig noch etwas detaillierter sein können.



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