Frankfurter Blutspur – der zweite Krimi von Dieter Aurass

Frankfurter Blutspur – der zweite Krimi von Dieter Aurass

Ein paar Worte vorweg

Bildquelle: Gmeiner Verlag

 

Letztes Jahr habe vom Gmeiner-Verlag ein Leseexemplar bekommen. Es handelte sich um Frankfurter Kaddisch vom Debüt-Autor Dieter Aurass. Damals hatte mich besonders gereizt, dass es in Frankfurt spielt und das mir das Wort „Kaddisch“ wirklich absolut nichts gesagt hat. Nach dem Buch habe Dieter Aurass Newsletter abonniert und so habe ich Anfang diesen Jahres mitbekommen, dass es einen zweiten Teil zu diesem super Debüt gibt. Als mir dann im September der Lesestoff ausging, habe ich mir das Buch als Ebook gekauft.

Leider hatte ich ein paar technische Schwierigkeiten… Merkwürdigerweise gibt es das Buch auf Thalia.de nicht als .epub Datei für meinen Tolino, sondern nur als .pdf. Ich habe nochmal genau nachgeschaut. Im Ebook-Shop von Thalia.de steht das Buch zwei Mal drin, einmal als .pdf und wenn man das andere anklickt, bekommt man die .epub-Datei. Was ich nicht rechtzeitig gemerkt habe. Auf der Verlagsseite gibt es das Buch als .epub und .pdf. Und natürlich auch als Paperback. Das eigentlich Problem für mich war, dass mein Tolino .pdf Dateien nur seeehr seeehr langsam wiedergibt. Die Seite wird weiß und wieder schwarz und wieder weiß und so geht das als hin und her. Meine Geduld war gefragt.

Um eure Geduld nicht zu sehr zu strapazieren, komme ich jetzt mal zum Buch. Trotz Leseschwierigkeiten finde ich nämlich, dass es klasse ist.

 

 

 

Zum Inhalt

In Frankfurter Blutspur ermittelt dasselbe Team wie in Teil 1. Hauptkommissar Gregor Mandelbaum und seine Kolleginnen und Kollegen bei der Mordkommission versuchen gemeinsam, den Mord an Prostituierten ost-europäischer Herkunft aufzuklären, deren Leichen erfroren in Frankfurter Parks entdeckt wurden.

Der Fall

Zu Beginn des Buches hielt sich meine Begeisterung noch in Grenzen. Morde an Prostituierten findet man in so vielen Krimis. Ich hatte mir etwas spektakuläreres erhofft; dazu muss ich sagen, dass ich den Klappentext nicht gelesen hatte, also bin ich in völliger Ahnungslosigkeit in die Geschichte eingestiegen.

Der Fall entwickelt sich natürlich im Laufe des Buches. Es gibt neue Erkenntnisse und mit jeder weiteren Leiche bekommen die Ermittler neue Hinweise und versuchen um so schneller, den Täter zu finden, damit das Morden ein Ende hat.

Das Team

In der Mordkommission ist die Einheit von Gregor Mandelbaum ein eingespieltes Team. Im ersten Teil habe ich sie bereits kennengelernt, aber sie werden nochmal sehr detailreich eingeführt, sodass auch neue Leser direkt im Bilde sind. Besonders Gregor macht eine starke Entwicklung durch. Er ist die Hauptperson des Krimis und er ist hochintelligent. Allerdings leidet er auch an Autismus und hat zuweilen Schwierigkeiten mit sozialer Interaktion. Im ersten Teil führt das häufig zu Problemen in seinem Team, das in seine spezielle Problematik noch nicht eingeweiht ist. Im zweiten Teil ist es auch immerzu wieder Thema, allerdings steht eher Gregors Entwicklung im Vordergrund. Mithilfe seiner Freundin versucht er sich angemessene Reaktionen anzutrainieren, was bei mir gelegentlich für Erheiterung gesorgt hat.

Teil des Teams ist auch Jenny, eine junge Ermittlerin, die man in Frankfurter Blutspur näher kennen lernt. Man erfährt von Problemen in ihren Beziehungen zu Männern und wie sie durch ihre Kollegin Irina darauf hingewiesen wird, dass es vielleicht an einer bisher falschen sexuellen Orientierung liegen könnte. Es hat mir sehr gut gefallen, dass Dieter Aurass damit das Thema Homosexualität in seinem Krimi aufgreift. Am Ende des Buches bezieht er auch noch mal selbst dazu Stellung und erklärt, wieso er sich dazu entschieden hat. Meiner Meinung nach war das eine sehr gute Entscheidung.

Auf die anderen Teammitglieder werde ich jetzt nicht im einzelnen näher eingehen. Insgesamt ist es aber eine sehr bunt gemischte Gruppe, die mir mittlerweile auch echt ans Herz gewachsen ist.

Besonderes Schmankerl

Ich bin echt nicht so der Typ für Dialekte… Hochdeutsch ist mir einfach am liebsten. Dennoch hat mir der Einsatz von Dialekt in Frankfurter Blutspur sehr gut gefallen. Es sind bloß ein paar Szenen, in denen Dialekt gesprochen wird, aber gerade diese machen die Geschichte so authentisch.

Authentizität 

Wo wir gerade davon sprechen – ein Krimi muss für mich authentisch sein. Wenn ich zu Ende gelesen habe und mir denke: „Ja, so ist es gewesen“, dann bin ich zufrieden. Genau das liefert mir Dieter Aurass. Es mag daran liegen, dass er 41 Jahre Erfahrung bei der Polizei vorzuweisen hat … geschadet hat ihm das gewiss nicht. Die skizzierten Fälle wirken für mich absolut real, und sie sind es zum Teil auch. Ich habe auch den Eindruck, dass Aurass sich besonders viel Mühe gibt, um in seinem Krimi ein Netz zu spinnen, was dichter und dichter wird und den Leser festhält. Bei mir erreicht er das vor allem durch seine detailgetreue Beschreibung von Vergangenem.

Fokus auf (Hintergrund-)Geschichte

Sehr auffällig in den beiden Krimis von Dieter Aurass ist für mich das Interesse an Geschichte. Im ersten Band spielt vor allem die Nazizeit eine große Rolle. Da gab es wirklich ein paar fantastische Rückblicke in die Familiengeschichte Gregor Mandelbaums. Aber auch im zweiten Teil fällt das nicht völlig weg. Hier liegt der Fokus auf der Geschichte des Mörders. Aurass gibt sich wirklich Mühe, um zu beschreiben, was jemanden dazu bewegen könnte, andere Menschen kaltblütig zu ermorden. Seine Täter bekommen eine Geschichte und am Ende des Buches fügen sich alle Puzzleteile zu einem kompletten Bild zusammen. Das finde ich wirklich gut gelungen.

Fazit

Dieter Aurass hat seinen Schreibstil gefunden. Und in mir hat er dadurch eine treue Leserin gewonnen. Die Krimis sind authentisch, die Protagonisten sind liebenswürdig und die Fälle sind spannend. Was will man mehr? Noch dazu spielt das Ganze in Frankfurt und Aurass setzt die realen Orte gekonnt ein, um eine atmosphärische Wirkung bei den Lesern zu erzielen. Bei erfrorenen Leichen im Park kann es mir schon mal eiskalt den Rücken runterlaufen.

Wenn ihr also auf der Suche nach einem guten Krimi seid, hier habt ihr einen gefunden. 

 



2 thoughts on “Frankfurter Blutspur – der zweite Krimi von Dieter Aurass”

  • Liebe Lisa,
    vielen, vielen Dank für deine tolle Rezension – ich fühle mich sehr geehrt.
    Treue Leserinnen und Leser – was kann sich ein Autor schöneres wünschen. Selbstverständlich will man mit seinem Buch den LeserInnen gefallen, aber ich habe inzwischen festgestellt, dass die Geschmäcker eben auseinandergehen. Jeder mag etwas anderes und ich bin immer wieder überrascht, wenn ich Rückmeldungen bekommen, die da lauten: Also, dieses Buch hat mir ab besten gefallen – und es sind jeweils andere Bücher von mir gemeint 🙂
    Die technischen Probleme tun mir leid, aber ich werde das selbstverständlich auch mal dem Verlag melden und ihn gleichzeitig auf deinen Blog aufmerksam machen. Es schadet ja nie, wenn der Verlag nicht einfach blind Rezensionsexemplare an Blogger/innen sendet, sondern gezielt an solche, die sich auch mit Rezensionen melden.
    Ich bin schon sehr gespannt, ob und wie dir mein nächstes Buch – ein besonderes Projekt außerhalb der Mandelbaum-Serie – gefallen wird.

    Ganz liebe Grüße
    Dieter

    • Hallo Dieter,
      es freut mich sehr, dass du meine Rezension gelesen hast. Ja, technische Probleme sind so eine Sache, aber dem Lesevergnügen hat es keinen Abbruch getan 😉
      Ich bin sehr gespannt auf zukünftige Projekte und werde das definitiv im Auge behalten.
      Liebe Grüße 🙂
      Lisa

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