Recent Posts

Quote it! – The strange case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde

Quote it! – The strange case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde

„I feel very strongly about putting questions; it partakes too much of the style of the day of judgement. You start a question, and it’s like starting a stone. You sit quietly on the top of a hill; and away the stone goes, starting others; […]

Quote it! – Katie

Quote it! – Katie

„Wohl oder übel“, sagte Crookes. Er saß übernächtigt auf seinem Labor-Kanapee. Pratt stand übernächtigt vor ihm, in der Hand ein Radiometer. „Pratt, lieber Freund. Wir werden unser Bewusstsein erweitern müssen. Es haben sich Dinge experimentell ereignet, die ein neues Denken erfordern. Sogar ein neues Fühlen, […]

Calendar Girl – Audrey Carlan

Calendar Girl – Audrey Carlan

In letzer Zeit sind mir in der Buchblogger-Community häufiger Posts aufgefallen, in denen die Blogger sich beklagen, dass sie manchmal das Gefühl beschleicht, alles schon einmal gelesen zu haben. Man entwickelt als Vielleser nun mal so seine Vorlieben und da passiert es den Krimilesern wohl häufiger, dass sie den Täter schon mit seitenweise Vorsprung verhaften könnten, den Fantasyverliebten, dass das neunundneunzigste Buch über Feen auch keine Überraschungen mehr bereit hält und den Romantikern, dass doch eh schon klar ist, dass er am Ende das Mädchen kriegt. Das kann schon mal langweilen.

Deshalb mein Plädoyer: Auch mal über den Tellerrand blicken und einem anderen Genre eine Chance geben. Schaden kann es sicher nicht. Im schlimmsten Fall, hat man mal ein schlechtes Buch gelesen. Im besten Fall entdeckt man überraschend einen kleinen Literaturschatz.

Calendar Girl war für mich so ein Versuch. Erotik-Romane sind jetzt nicht unbedingt mein Fall. Ich finde Sex darf in Büchern vorkommen, aber ein Buch sollte immer noch mehr parat haben als nur erotische Szenen.

Ich hatte so viel Werbung zu dem Buch mitbekommen, dass ich mich mal ein bisschen darüber informierte. Der Inhalt klang unkonventionell.

Mia muss eine Millionen auftreiben, um ihren Vater von seinen Spielschulden zu befreien. Aber sie hat nur ein Jahr Zeit, deshalb heuert sie bei einer Agentur an, um für jeweils einen Monat die Begleitung reicher Männer zu spielen.

Es gibt vier Romane, von denen jeder drei Monate abdeckt. Los geht es natürlich mit Januar, Februar und März.

Meine Meinung 

Für mich ist das Buch leider ein absoluter Witz. Ich habe Teil eins zu 2/3 gelesen und dann abgebrochen, weil es absolut nicht gehalten hat, was es für mich im Vorfeld versprochen hatte.

Die Hauptperson Mia soll super taff rüberkommen. Sie ist mit Lederjacke auf ihrem Motorrad unterwegs und verkauft ihren Körper, um ihren Vater zu retten. Zu Beginn wird sie ein bisschen aufgehübscht, und dann geht es auch direkt zu ihrem ersten Kunden. Mia hat natürlich Glück und kommt zum super heißen Beachboy Wes, in den sie sich auch direkt mal verliebt, sodass es dann auch okay ist gegen Aufpreis mit ihm in die Kiste zu hüpfen. Natürlich klar, dass Wes sich auch direkt in sie verliebt und anbietet sie frei zu kaufen. Aber das geht für unsere taffe Mia natürlich gar nicht, sie ist, wie schon gesagt, total selbstbestimmt und deswegen beschließt sie, Wes Angebot auszuschlagen – der Ehre wegen – und sich stattdessen an Mr. Februar weiterzuverkaufen.

Und so geht es wohl fröhlich weiter. Zwischendrin spielt noch Mias Tante mit, die die Escort-Agentur leitet und eine super nervige Freundin von Mia darf alle paar Seiten mal ihren Senf dazugeben. Sonst passiert leider nichts…

Das Buch ist ein Wechselspiel aus der Beschreibung schicker Luxus-Apartments, heißer Männerkörper und Mias Zweifel, ob sie denn das Richtige tut, gepaart mit ihrer scheinbar unaufhörlichen Lust mit jedem zu schlafen, der ihr über den Weg läuft.

Ich bin bisher nicht traurig darüber, dass Buch abgebrochen zu haben. Wenn man das Format betrachtet, ist Oberflächlichkeit leider vorprogrammiert. Teil eins hat 360 Seiten, um drei Monate abzudecken. Davon werden die ersten 60 Seiten in die Geschichte eingeführt. Damit bleiben 100 Seiten pro Typ, um seine schicke Villa, seinen super Body und seine fantastischen sexuellen Fähigkeiten zu schildern. Da bleibt natürlich einiges auf der Strecke.

Ich hatte vor dem Lesen nicht gerade Weltliteratur erwartet, aber für einen Spiegelbesteller war es schon eine ziemliche Enttäuschung.

Quote it! – Wuthering Heights

Quote it! – Wuthering Heights

Es ist Donnerstag und damit Zeit für ein Classic-Zitat: „A person who has not done one half his day’s work by ten o’clock, runs a chance of leaving the other half undone.“ (aus Emily Brontes Wuthering Heights S. 100) Dass Lesen bildet ist ja weit verbreitet. Aber […]

Gendering – nimm dein Geschlecht aus der Sprache!

Gendering – nimm dein Geschlecht aus der Sprache!

Liebe Leserinnen und Leser, Seit vier Jahren gehe ich zur Uni und ich studiere eigentlich gerne. Dennoch treibt mich die Uni manchmal zur Weißglut. Die anderen Studenten … nein Studierenden und ich müssen manchmal echt viel mitmachen. Man kann also sagen: als Student hat man es […]

Quote it! – A Classic

Quote it! – A Classic

„I really don’t see anything romantic in proposing. It is very romantic to be in love. But there is nothing romantic about a definite proposal. Why, one may be accepted. One usually is, I believe. Then the excitement is all over. The very essence of romance is uncertainty.“ (aus The Importance of Being Earnest von Oscar Wilde, S. 12)

The Importance of Being Earnest (zu Deutsch Ernst sein ist alles) ist definitiv einer meiner liebsten Klassiker. Da ich für mein Studium viele Klassiker der englischsprachigen Literatur gelesen habe, werde ich hier häufig englische Zitate verwenden. Es gibt Klassiker, da quält man sich so durch, weil man eben muss… Dieser hier gehört nicht dazu!

The Importance of Being Earnest handelt von Algernon und Jack, die beide sehr gerne ihr Leben genießen. Darum erfinden sie jeweils eine andere Person, um sich gelegentlich vor der gesellschaftlichen Verpflichtung drücken zu können. Als dann aber die Liebe ins Spiel kommt, werden die fiktiven Figuren für die beiden zum Verhängnis und es beginnt ein amüsantes Verwechslungsspiel.

Was mich an dem sehr kurzweiligen Roman so begeistert, ist die Ironie, oder vielmehr der Sarkasmus mit dem Oscar Wilde die gesellschaftlichen Strukturen seiner Zeit beschreibt. Es gibt so viele kluge und genial formulierte Stellen im Buch, dass ich mich nur schwer für ein Zitat entscheiden konnte. Und ich bin sicher es werden im Laufe der Zeit noch mehr Zitate aus The Importance of Being Earnest folgen.

Das Zitat stammt vom Anfang des Buches. Jack stattet Algernon einen Besuch ab, als Algernons Cousine Gwendolen zusammen mit ihrer Tante Augusta auch auf dem Weg zu Algernon ist. Jack ist verliebt in Gwendolen, auch wenn Augusta das nicht gerne sieht. Dennoch möchte Jack Gwendolen einen Antrag machen, was bei Algernon die sehr unromantische, oben zitierte Reaktion hervorruft.

Oscar Wilde war ein exzentrischer Mann und ein genialer Autor. Sein Schreibstil hat mich schon vor einiger Zeit fasziniert und seitdem ist er mein Lieblingsautor. Jeder sollte ein bisschen Wilde lesen.

Quote it! – Zitat der Woche

Quote it! – Zitat der Woche

„Eine ganz schön irre erste Con für dich, hm?“ sagte Warze lächelnd. „Ich wette, das hast du dir anders vorgestellt.“ „Allerdings.“ Bastian schluckte trocken. „Ich hatte damit gerechnet, sie zu überleben.“ (aus Saeculum von Ursula Poznanski, S. 672) Das Buch habe ich schon vor einer ganzen Weile gelesen. […]

Mein Eindruck: Throne of Glass – Die Erwählte

Mein Eindruck: Throne of Glass – Die Erwählte

Kurze Erklärung vorab: Manche Bücher bedürfen einfach nicht noch einer Blogrezension. So ist zumindest mein Eindruck. Ich habe schon so viele Rezensionen von Throne of Glass gelesen, dass ich es nicht für nötig halte, auch noch ausführlich meinen Senf dazuzugeben und Gründe aufzuzählen, warum man es […]

Katie von Christine Wunnicke

Katie von Christine Wunnicke

Es ist geschafft! – Ich habe mein erstes Buch der Longlist des deutschen Buchpreises gelesen. Katie hatte meine Aufmerksamkeit erregt, weil es auf einer wahren Begebenheit beruht und ein bisschen Wissenschaftskritik, sowie Übernatürliches enthält.

Der Inhalt in einem Satz: Das junge Mädchen Florence Cook hat übernatürliche, mediale Fähigkeiten und wird von Dr. Crookes eingehend studiert, der sicherstellen möchte, dass die Bürger von Hackney nicht Opfer einer List geworden sind.

In ihrem Buch nimmt Christine Wunnicke die Lebensgeschichten von vierzehn Personen und entwirft eine Geschichte um sie herum, wie sie absolut realistisch, ansprechend, humorvoll, aber auch provozierend und abstoßend ist.

Zum Aufbau ist zu sagen, dass es sich insgesamt eher um eine kurze Geschichte handelt. Auf meinem E-Reader hat sie 136 Seiten und es hat sich auch dementsprechend schnell durchlesen lassen. Wunnicke nutzt wechselnde Perspektiven, um verschiedene Sichtweisen und Handlungsstränge darzustellen. Florence Sichtweise ist eher kindlich und unschuldig, auch wenn sie längst nicht so unschuldig ist, wie sie tut. Mit Dr. Crookes erlebt man eine sehr wissenschaftliche Sicht und seine unstillbare Neugierde sowie der Drang, den medialen Fähigkeiten auf den Grund zu gehen, koste es was es wolle.

Einen Aspekt den ich unheimlich faszinierend finde, ist die Darstellung der Wissenschaft im Buch.

Seit Jahren schnaufte die Aspiratorpumpe, seit Jahren jagte Crookes den Induktionsfunken durchs Vakuum und noch immer war ihm kein vierter Aggregatzustand vor Augen getreten und noch immer wusste er nicht, was dies war oder wäre, wenn es denn wäre; und warum es so wichtig war (Wunnicke 39)

Crookes ist ganz verzweifelt auf der Suche nach dem vierten Aggregatzustand. Mit seinem Assistenten Pratt experimentiert und probiert er, aber es kommt einfach nichts dabei heraus. Für mich als absoluter Laie auf dem Gebiet der Wissenschaft war der wissenschaftliche Hintergrund der Experimente meistens ein echtes Rätsel. Das ist aber sehr schade, denn dabei geht viel des Humors verloren, der das Buch ausmacht. Ich habe mir damit beholfen, ein bisschen bei Wikipedia nachzulesen, zu Crookes, zu Florence und zu den einzelnen Experimenten, dass war sehr aufschlussreich und hat das Buch gut ergänzt.

Neben tatsächlichen wissenschaftlichen Entdeckungen beschäftigt sich Wunnicke in ihrem Buch auch mit der Legitimation der Wissenschaft und mit der Frage, wo Wissenschaft aufhört und Hokuspokus anfängt. Aus heutiger Sicht ist es schon fast unglaublich, dass ein zu seiner Zeit sehr angesehener Wissenschaftler einem Betrug eines jungen, kränkelnden Mädchens unterliegt. Crookes ist da sehr selbstkritisch. Es ist ihm wichtig, sich nicht lächerlich zu machen, aber zuweilen hinterfragt er den Sinn der Wissenschaft und damit auch seiner Existenz.

Davon verstand er nichts. Er merkte, wie Philosophisches ihn ankam, was zuweilen geschah, wenn er von einer Disziplin nichts verstand. Auch im Chemischen und Physikalischen kam ihn immer öfter Philosophisches an. Das beunruhigte ihn (43)

Neben Crookes spielt Florence natürlich eine ganz entscheidende Rolle im Roman. Mir war sie von Beginn an unsympathisch. Ein merkwürdiges, krankes Mädchen, die zu allen unfreundlich ist und sich in ihrer Freizeit gerne seltsam unnatürlich verbiegt – das hat nicht gerade Sympathiepunkte gebracht. Aber die möchte Wunnicke bei den Lesern auch gar nicht sammeln. Vielmehr erhält sie darüber die Spannung im Buch aufrecht. Natürlich weiß man als Leser, dass sie unmöglich mediale Fähigkeiten haben kann. Dennoch sind die Szenen in denen sie mit der von ihr heraufbeschworenen Erscheinung „Katie“ spricht spannend und haben mich in ihren Bann gezogen.

Es geht auch nicht darum, dass im Roman eine spannende Geschichte erzählt wird, in der die Leser auf das Ende hinfiebern. Stattdessen versetzt Wunnicke uns in eine andere Zeit  und in andere Lebensumstände, in der ein Medium ein tatsächliches Objekt wissenschaftlichen Interesses war.

Für mich ist dieses Buch sehr gelungen. Ich habe es mit einem lächeln auf den Lippen gelesen, die Geschichte hat mich abgeholt und mitgenommen in eine andere Zeit. Die Art, wie Wissenschaft mit Übernatürlichem verbunden wird und wie dabei trotzdem der Realitätsbezug zu den tatsächlichen Ereignissen gewahrt wird hat mir sehr gut gefallen.

Ich finde es hätte einen Buchpreis verdient. Wenn ich allerdings tippen müsste, denke ich nicht, dass „Katie“ das Rennen machen wird.

Wenn ihr wissen wollt, welche Bücher der Longlist mir noch zusagen, geht es hier lang 😉

Der Deutsche Buchpreis 2017 – Die Longlist ist da

Der Deutsche Buchpreis 2017 – Die Longlist ist da

Hallo ihr Lieben, fiebert ihr auch dem deutschen Buchpreis entgegen? Vielleicht seid ihr ja sogar bei der Verleihung auf der Frankfurter Buchmesse dabei? Da ich im Moment in Frankreich bin, muss ich bei der Buchmesse wohl aussetzen. Trotzdem bin ich mega gespannt auf die vielen […]